B.A.R.F. - Was ich bis jetzt darüber gelernt habe....

Biologisch Artgerechte Rohfütterung

B.A.R.F. - Was ich bis jetzt darüber gelernt habe....

Beitragvon ayra » 27.11.2008 11:56

Was nun folgt ist mein ganz persönliches Anfängerwissen über das Barfen ohne Anspruch auf Richtigkeit und ohne Gewähr, einfach für Leute, die sich das Barfen mal überlegen wollen und einen kurzen Überblick haben möchten, was da so dran hängt, ohne gleich eine wissenschaftliche Abhandlung zu lesen.

Der Hund soll etwa 2 - 3 % seines Körpergewichtes an Futter bekommen.(Je nach Aktivität und Alter mehr oder weniger). Das Futter sollte sich aus 30% Obst/Gemüse/Salat und 70% Fleisch zusammensetzen, wobei sich die 70% Fleisch wiederum aus 50% purem Fleisch und 50% sogenannter RFK (Rohe Fleischige Knochen) zusammensetzen. Unter RFK versteht man sowas wie Hühnerflügel, -schenkel und -hälsen. Der Gemüse/Obst/Salat-Anteil muss fein pürriert werden, da der Hund sonst nicht in der Lage wäre, den pflanzlichen Anteil zu verdauen. Dazu sollte dann täglich je nach Größe des Hundes 1/2 bis 1 Teelöffel Öl zugesetzt werden. Als Öle eignen sich besonders Leinöl, Rapsöl, Olivenöl oder auch Lachsöl (gibts beim Discounter als Kapseln). Ausserdem sollte man darauf achten, dass es einmal die Woche Leber gibt (wg. Vit.) und einmal die Woche sollte es Fisch geben. Ansonsten gilt es auf Abwechselung zu achten um eine Ausgewogenheit aller Nährstoffe zu erreichen.

Nur falls es nicht selbstverständlich ist: die Knochen (und alles andere ja auch) werden immer roh gegeben, nie gekocht, gegrillt, gebraten oder sonst wie behandelt. Da nicht jeder Hund von Anfang an Knochen verträgt, vorallem nicht täglich, kann man die Nährstoffe auch auf eine Woche rechnen und dann insgesamt über die Woche die Ausgewogenheit der Nährstoffe erreichen. So kann man nach meiner Rechnung gut auch 2 - 3 mal die Woche fleischige Knochen geben z.B. vom Rind um den Calciumbedarf des Hundes zu decken. Dabei muss man immer auf den Output achten, soll ja nicht hell und bröselig werden, sogenannter Knochenkot.
Hühnerflügel werden allerdings wirklich gut vertragen und werden schon Welpen angeboten, wären also ein guter Anfang. Wichtig ist dabei auch das Calcium/Phosphor-Verhältnis.
Angestrebt werden 1,3 : 1
Es gibt dafür Tabellen und Lebensmitteldatenbanken, wo man sich über die Nährstoffgehalte informieren kann.
Der Bedarf des Hundes liegt bei 50mg- 80mg pro kg Körpergewicht/Tag
Hier einige Beispiele:

Hühnerhälse : 100 g = 1542 mg Ca + 1415 mg P
Huhn ganz : 100 g = 650 mg Ca + 470 mg P
Hühnerklein : 100g = 1580 mg Ca + 900 mg P
Hähnchenflügel : 100g = 1070 mg Ca + 660 mg P

Putenhals : 100 g = 1750 mg Ca + 730 mg P

Rind - Brustbein : 100g = 2900mg Ca + 750mg P
Schlund/Luftröhre/Kehlkopf: 100g = 40mg Ca + 70mg P

Kalbsknochen" (ohne Fleisch): 100 g = ca. 13,8 g Ca = 13 800 mg Ca + 6200 mg P

Eierschale:
5g = 1850 mg Ca + 7.5mg P

Wer keine Knochen geben möchte, muss das notwendige Ca durch pulverisierte Eierschalen zuführen.

So, aber wie gesagt, das ist wirklich nur als kleiner Überblick gedacht.
Wer mit dem Barfen anfangen möchte, sollte sich ein entsprechendes Buch zulegen und sich vorher eingehend informieren. Es gibt auch spezielle Barf-Foren, die Anfänger gute Unterstützung geben... :wink:
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Beitragvon ayra » 10.12.2008 20:01

Eine neue Erkenntnis.....: Lachsöl erhöht die Akzeptanz von ungeliebten (vielleicht, weil gesunden...) Nahrungsmitteln!

Beweis:
Wolle mag zwar Blattsalate sehr gerne, aber Obst war bist jetzt nicht so ihre Sache. Apfel ging gerade noch so, wenn er mit etwas Quark vermischt war.
Nun wollte ich ihr heute mal eine Banane nahe bringen, mit etwas Apfel gemischt, weil sie den ja schon gut kennt.
Sie riecht dran, geht langsam 3 Schritte zurück und schaut mich ziemlich vorwurfsvoll an.... :no:
Dann habe ich zum letzten verzweifelten Mittel gegriffen, eine Kapsel Lachsöl, selbige geöffnet und über das ungeliebte Mahl getreufelt...und siehe da, die kleine Kostverächterin kommt näher schnuppert und 45 Sekunden später war der Napf fein säuberlich ausgeleckt. :bigsmile:
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Beitragvon ayra » 13.12.2008 18:07

Man sollte Eingefrorenes nicht in der Plastiktüte auftauen lassen. Es sollte beim Auftauen viel Luft dran kommen können. Ansonsten können sich Bakterien bilden, mit denen sogar so ein Hundemagen schlecht umgehen kann :wink:
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Beitragvon ayra » 16.12.2008 18:05

Zum Thema Knochen....
Man sollte nie Knochen ohne Fleisch geben. Entweder ist an den Knochen schon etwas Fleisch daran oder man gibt vorher etwas Fleisch. Durch den Genuss des Fleisches wird die Bildung von für die Verdauung des Knochens sehr wichtigen Enzyme angeregt.
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Re: B.A.R.F. - Was ich bis jetzt darüber gelernt habe....

Beitragvon Claudia » 23.12.2008 17:01

ayra hat geschrieben:Man sollte nie Knochen ohne Fleisch geben. Entweder ist an den Knochen schon etwas Fleisch daran oder man gibt vorher etwas Fleisch. Durch den Genuss des Fleisches wird die Bildung von für die Verdauung des Knochens sehr wichtigen Enzyme angeregt.


Hallo Suse,

wenn ich richtig informiert bin, regt das Fleisch die Bildung der Magensäure an und aus diesem Grund wäre der Knochen besser zu verdauen.
Der pH-Wert fällt einiges nach einer Mahlzeit aufgrund dieser Salzsäurebildung (was z.B. auch wichtig ist, damit Bakterien etc., die mit dem Futter aufgenommen werden, weniger Überlebenschancen haben). Laut einiger Autoren, werden die tiefsten pH-Werte aber erst Stunden nach der Nahrungsaufnahme erreicht.

Magensäure aktiviert Proenzyme, die Pepsinogene, in Pepsin .... (der Prozess läuft beim Menschen ähnlich ab).

Allerdings soll nicht nur Fleisch, sondern auch Brühe oder gar Wasser und Milch die Bildung von Magensäure anregen ... was natürlich auch von der Menge abhängig ist.
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Re: B.A.R.F. - Was ich bis jetzt darüber gelernt habe....

Beitragvon ayra » 05.11.2009 12:59

Ich war gestern im Hundefutterladen meines Vertrauens und habe gefragt, wie oft man denn nun Blättermagen füttern darf. Ich hatte so 2 mal in Erinnerung. Die Chefin dort kennt sich gut aus und sagte mir, eigentlich so oft ich wolle. Blättermagen gehöre ja nicht zu den Innereien. Nun... Blättermagen kriege ich ja reichlich und noch dazu sehr günstig! :bigsmile:
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Re: B.A.R.F. - Was ich bis jetzt darüber gelernt habe....

Beitragvon Claudia » 05.11.2009 13:37

ayra hat geschrieben: Blättermagen gehöre ja nicht zu den Innereien.

Wozu zählt Blättermagen denn? Muskelfleisch :frage: ... :bigsmile: :bigsmile: ???
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Re: B.A.R.F. - Was ich bis jetzt darüber gelernt habe....

Beitragvon ayra » 05.11.2009 14:44

Um nicht einfach nur was daher zu erzählen, muss ich mich da erstmal selber schlauer machen als ich derzeit bin.
Zu den Innereien zählt er tatsächlich nicht, der Blättermagen. Es ist schon ein Muskel, ob er aber direkt zum Muskelfleisch gezählt werden darf, wenigstens zu einem speziellen, das waage ich nicht einfach so zu behaupten.

Hätte ich doch nur genauer gefragt... :ohman:
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Re: B.A.R.F. - Was ich bis jetzt darüber gelernt habe....

Beitragvon Claudia » 06.11.2009 09:15

Natürlich haben Mägen allgemein eine Muskelschicht in der Magenwand, aber soweit ich informiert bin, ist die Eiweißqualität geringer als beim Muskelfleisch.
Außerdem ist Pansen und Co fettreicher als der Muskel ... was man vielleicht zumindest bei der Futtermenge berücksichtigen sollte, falls der Hund zur Gewichtszunahme tendiert.
Ich würde allerdings nicht Pansen, Blättermagen etc. mit Muskelfleisch gleichsetzen.
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Re: B.A.R.F. - Was ich bis jetzt darüber gelernt habe....

Beitragvon ayra » 09.11.2009 18:49

Ich glaube, Du hast recht, Claudia :yes:
Da Wolle aber eigentlich gerne etwas zunehmen dürfte und Karel noch im Rahmen ist, denke ich kann ich ruhig auch ohne schlechtes Gewissen auch 3-4 mal die Woche Bläma füttern. Es kommen ja auch wieder andere Zeiten, in denen das auch wieder ausgeglichen wird. Tatsache ist, das beide nach Genuss von Bläma ein besonders weiches und schönes Fell haben. Ob das vom Fettgehalt kommt?
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Re: B.A.R.F. - Was ich bis jetzt darüber gelernt habe....

Beitragvon Abbyline » 09.11.2009 20:21

ayra hat geschrieben: Tatsache ist, das beide nach Genuss von Bläma ein besonders weiches und schönes Fell haben. Ob das vom Fettgehalt kommt?

Jo, das hab ich bei Abby auch schon beobachtet. Mag sein, dass es vom Fett ist.
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Re: B.A.R.F. - Was ich bis jetzt darüber gelernt habe....

Beitragvon ayra » 29.11.2011 07:57

Mal wieder hoch holen für die Barf-Interessierten... :wink:
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Re: B.A.R.F. - Was ich bis jetzt darüber gelernt habe....

Beitragvon AMYundBUG » 29.11.2011 09:23

Schönes Thema!
Könnte da noch etwas hinzufügen :)

wenn jemand mal einen Welpen/Junghund barfen will.

Da beträgt die Futtermenge 5-7%
dann auch 70% Fleisch und 30% Gemüse/Obst etc.
Mit den Knochen füttern verhält es sich wie bei den Erwachsenen Hunden!
Wobei man bei Welpen besser aufpassen sollte.

Ich füttere auch immer Leinöl, Lachsöl, Schwarzkümmelöl, hanföl oder Rapsöl.
Wenn mir noch was einfällt werde ich noch etwas Posten :)
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Re: B.A.R.F. - Was ich bis jetzt darüber gelernt habe....

Beitragvon ayra » 29.11.2011 09:25

Sehr gut, der Thread darf sehr gerne noch weiter ergänzt werden.... so als Kurzinfo :yes:
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Re: B.A.R.F. - Was ich bis jetzt darüber gelernt habe....

Beitragvon AMYundBUG » 30.11.2011 09:26

Mir ist noch was eingefallen!
Hab ich auf einem Seminar gelernt...

Man soll unbedingt Blut oder Blutwurst dem Hund füttern,
wegen dem Säure Basen Haushalt vom Hund!
Das neuste Fleisch was msn kauft enthählt nicht genug Blut.
Blut ist auch gut für die eisenzufuhr.

Ich hab jetz bei meinem Metzger Blutwurst bestellt.
Wird zusammen mit der menschenwurst gemacht und vorhher abgefüllt bevor die Gewürze rein kommen...
Bezahle 3€ für das Kilo :)
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