Wieviel Fleisch braucht der Hund...?

Biologisch Artgerechte Rohfütterung

Wieviel Fleisch braucht der Hund...?

Beitragvon ayra » 14.07.2012 08:25

Gerade entsteht in einem anderen Thread die Diskussion um die Fleischmenge im Verhältnis zu Grünzeug und Kohlehydrate ein Hund braucht. Die Meinungen gehen da sehr auseinander....
Von "nur Fleisch" geht auch bis zu zu "ohne Kohlehydrate geht´s nicht"...
Ich füttere gerne Blättermagen, Pansen u Luftröhren, was ja alles kein qualitativhochwertiges Fleisch ist.
Reines Muskelfleisch ist sehr gehaltvoll und brauchen m. E. eher wirklich sportliche Hunde.
Gemüse/Grünzeug steht bei uns immer mit auf dem Plan und dann im Sommer von jedem etwas, bunt gemischt. Das wird sehr gerne gefuttert.
Kohlehydrate... hm... Ich dachte mal, dass Wolle darauf reagiert wie manche Kinder auf Zucker, hyperaktiv und nervös. Darauf hin bin ich zum Barfen übergegangen... lange kohlehydratfrei.
Wenn ich Trofu als Leckerli gab, reagierte sie sofort.
Heute ist das anders...
Ich kann auch mal ein paar Haferflocken oder Reis geben, manchmal auch eine Kartoffel... ohne das sie reagiert. Vielleicht waren es auch iwelche Konservierungsmittel, Farbstoffe oder ähnliches, worauf sie im Trofu reagiert hatte. Heute füttere ich daher durchaus auch mal Kohlehydrate.
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Re: Wieviel Fleisch braucht der Hund...?

Beitragvon Grisu » 14.07.2012 11:03

Ich würde meine Rationen auch viel lieber mit Pansen und Blättermagen aufwerten, da meiner ja nicht grade als Sporthund zählt. Nur geht das ja leider nicht... Und Kohlehydrate, man weiss ja auch, dass die dickmacher sind und auch von Sportlern gegessen werden. naja, manchmal bekommt er welche. Anderes gemüse, ja wie gesagt, mus sich alles noch testen, schrieb ich im anderen Thread ja auch schon. man, ich will einen gesunden Hund haben, den ich mit allem füttern könnte, dann hätt ich nicht die probleme ;)
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Re: Wieviel Fleisch braucht der Hund...?

Beitragvon bullifreundin » 15.07.2012 13:11

@Grisu, hast Du meine Antwort gelesen? Ich hatte Dir ja einige Fragen gestellt, um Dich bei der Ernährung Deines Hundes zu unterstützen. Leider hast Du darauf bisher nicht geantwortet. Du kannst mir die Daten usw. auch gern per PN schicken.

Eine ausgewogene, gesunde Ernährung setzt sich immer aus Makronährstoffen ( Eiweiße, Kohlenhydrate, Fette) und Mikronährstoffen (Spurenelemente, Mineralstoffe, Vitamine) zusammen. Bei normaler Belastung eines gesunden, ausgewachsenen Hundes sollte das Futter stets aus mindestens 22% Eiweiß, mindestens 5% Fett und ca. 50% Kohlenhydraten bestehen. Bei den kohlenhydratreichen Futtermitteln sollte Gemüse und frische Kräuter (Mikronährstoffe) mit eingeplant werden. Der Energiebedarf des Hundes ist eine variable Größe, abhängig von Bewegung, Temperament, usw.usf.

Faustregel: Für seinen Erhaltungsstoffwechsel benötigt der adulte, gesunde Hund mit normaler Belastung 2 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht. Und bei normaler Belastung eines gesunden, ausgewachsenen Hundes sollte das Futter aus etwa einem Teil Eiweiß und zwei Teilen Kohlenhydraten bestehen.

Bei der Berechnung der täglichen Fleischmenge ist immer der Rohproteingehalt nach Körpergewicht entscheidend, denn daraus resultiert die Fleischmenge pro Tag. Ein Hund mit 10 Kio Körpergewicht darf 20 Gramm Rohprotein pro Tag bekommen. Ein Hund mit 15 Kilo Körpergewicht darf 30 Gramm Rohprotein pro Tag bekommen. Ein Hund mit 20 Kilo 40 Gramm, ein Hund mit 25 Kilo 50 Gramm und ein Hund mit 30 Kilo darf 60 Gramm Rohprotein am Tag bekommen.

Hier mal Berechnungsbeispiele mit Rind (Bug Schulter) enthält als Hauptbestandteil pro 100 Gramm:

73,1 Gramm Wasser, 20,2 Gramm Eiweiß, 5,3 Gramm Fett, 1,0 Gramm Mineralstoffe

Zu rechnen mit dem Dreisatz, Beispiel für einen Hund mit 25 Kilo, der 50 Gramm Rohprotein pro Tag bekommen darf:

100 Gramm Rindfleisch entsprechen 20% Rohprotein
X Gramm Fleisch entsprechen 50 Gramm Rohprotein (Denn 50 Gramm Rohprotein darf der 25 Kilo Hund haben)
50*100=X/20 = 250 Gramm von diesem Fleisch dürfen pro Tag gefüttert werden.

X steht für die zu errechnende Fleischmenge, * steht für das Multiplikationszeichen, / steht für das Divisonszeichen. So kann man die Formel also für alle Gewichtsklassen abwandeln. Ein 30 Kilo Hund darf demnach 300 Gramm von diesem Fleisch pro Tag bekommen.


HIer mal ein par Gedanken zum Thema BARF/Fertigfutter. Beim "dogmatischen Barfen" wird ja meist versucht, sich an den Ernährungsgewohnheiten des Wolfs zu orientieren. Daher das offensichtliche zuerst: DER HUND IST KEIN WOLF und seine Darmzotten sind durchaus auf den Abbau von Stärke ausgerichtet. Und exorbitant hohe Proteinmengen, wie sie beim barfen oft üblich sind, können langfistig die Nieren bis hin zur chronischen CNI schädigen, die mit dem Tod es Hundes endet. Barfen bis die Niere streikt, will man das?

Beim Futter ist vor allem die Qualität der Rohstoffe wichtig. Sprich, dass man Lebensmittel die möglichst biologisch angebaut, nicht chemisch behandelt und nicht mit synthetischen Zusatzstoffen versehen sind verwendet. (Auch keine isolierten oder raffinierten Produkte). Die Natur zu 100 Prozent in die Dose oder eben in gepresste Futterbrocken zu bekommen, wird m.E. immer schwierig sein. Andererseits bin ich überzeugt, dass auch käufliche Futtertiere und das größtenteils zum Barfen verwendete Muskelfleisch, Innerein, etc. nicht die ernährungsphysiologische Qualität freilebender Beutetiere haben. Ich ergänze die Ernährung u.a. deshalb zusätzlich durch Vitamine und Mineralien, natürlich möglichst bedarfsgerecht. Auch hier kenne ich unzählige Beispiele von unsachgemäß gebarften Hunden, deren Mineralienhaushalt eben nicht in Ordnung ist, weil der Besitzer halt ganz "naturnah" sein Tier ernähren wollte.

Wenn man das gegenüber einem "dogmatischen Barfer" äußert, wird man häufig sofort nieder geredet. Ich habe da so meine Erfahrungen gesammelt und werde häufig "belächelt", weil ich meinem Hund solche "Menüs kredenze", aber damit kann ich sehr gut leben. Ich schätze jedoch ein angenehmes Diskussionsklima. Es macht Spaß sich auszutauschen und vielleicht auch mal die eine oder andere nützliche Info beisteuern zu können bzw. selbst immer wieder etwas dazuzulernen. Ich finde auch das jede Art von religiösem Fundamentalismus, wenn dieser Vergleich erlaubt ist, nichts in einem Forum zu suchen hat. Nach dem Motto: Die eigenen zwei Zentimeter Horizont sind der einzig richtige Weg - wer davon abweicht, gehört verbrannt..... Leider ist meine Erfahrung die, dass beim Thema "Barf" gern der eine dem anderen quasi im intellektuellen Gänsemarsch folgt, was nicht immer dem Wohle des Hundes dient. Aber das nur am Rande, jeder hat da vlt. eigene Erfahrungen gesammelt.

Das heißt natürlich nicht, dass ich Fefu der frischen Fütterung vorziehen würde. Industrielles Fertigfutter kann minderwertige Rohstoffe und Zusatzstoffe enthalten. Um zu verstehen was drin steckt, muss man zunächst wissen, was sich hinter den deklarierten Begriffen verbirgt. Rohprotein bezeichnet die Gesamtmenge an Eiweiß, aber sie sagt nichts darüber aus, wie hochwertig dieses Eiweiß ist. In vielen Fertigfuttern ist laut Deklaration Fleisch nur zu etwa 4% enthalten, dabei muss es sich jedoch nicht um hochwertiges Eiweiß (Muskelfleisch, Zunge oder Herz) handeln, sondern es können auch minderwertige Eiweiße, wie Haut, Blutadern, Gehirn, Sehnen, Bindegewebe und Därme sein. Als Eiweißträger kommen auch Klauen, Federn,Borsten, Wolle, oder Tiermehle in Frage, häufig verborgen hinter der Bezeichnung "tierische Nebenerzeugnisse".

Soja ist ein pflanzlicher Eiweißträger der gern verwendet wird, da er kostengünstig erhältlich ist, gilt jedoch als Allergieauslöser und kann zu Verdauungsproblemen führen. Rohfaser gibt den Anteil an unverdaulichen pflanzlichen Rohfsern an, wobei ein hoher Rohfaseranteil die Kotmenge erhöht. Häufig werden minderwertige pflanzliche Ausgangsstoffe verwendet, die dem Hund ein Sättigungsgefühl geben, aber keine verwertbare Nahrung liefern. Faustregel: Umso größer die Ausscheidung im Verhältnis zum gegebenen Futter, desto minderwertiger ist das Futter. Rohfasern können z.B. Erdnusshüllen, Zellulose (Stroh / alte Zeitungen) Reste gepresster Kaffeebohnen sein. Zusatzstoffe werden i.d.R. verwendet um die minderwertigen Inhaltsstoffe haltbar, schmackhaft und appetitlicher im Aussehen zu machen. Es steht eine breite Palette von Zusatzstoffen zur Verfügung, die meist künstlicher Art sind. Z.B. Konservierungsstoffe, Antioxidantien, Bindemittel, Stabilisatoren, Farb und Aromastoffe, Lockstoffe.....Der Organismus wird durch den Abbau und die Entgiftung dieser Substanzen unnötig belastet, zudem können sie Allergien und Hautkrankheiten auslösen.

Laut Dr. A. Plechner können künstliche Oxidantien (sie verhindern das Öl ranzig wird) wie BHA (E320), BHT (E321), Propylgallate und Ethoxyquin Leberschäden, Missbildungen an Föten, metbolischen Stress und Krebs verursachen. Bei Labortieren wurden allergische Reaktionen und Gehirnschäden beobachtet. Obwohl Das Antioxidantium Ethoxyquin aufgrund seiner erwiesenen Giftigkeit in Europa nicht für die menschliche Nahrung zugelassen ist, sind bei Heimtiernahrung kleine Mengen erlaubt. Diese Stoffe werden häufig unter dem Begriff "EWG/EG oder EU-Zusatzstoffe" deklariert. Der Kochsalzgehalt ist im Fefu häufig zu hoch und um es nicht deklarieren zu müssen, wird anstatt dessen Harnstoff verwendet, was dann nicht extra angegeben werden muss, da es unter Nebenprodukte läuft. Auch Zucker und Karamell oder Pseudonyme dafür sind gefährlich, sie können zu Karies, Bauchspeicheldrüsen- und Analdrüsenproblemen führen.

Auch wenn man einen Hersteller gefunden hat, der nur gute Rohstoffe verwendet, fände ich es unbefriedigend, wenn mein Hund täglich dieselbe Masse fressen müsste. Ich denke, dass allein durch die Verarbeitungsprozesse Erhitzung / Verarbeitungsmethoden/ Extraktions- und Sterilisierungsprozesse) die Lebendigkeit der Nahrung zerstört wird. Frisches Futter wird reduziert, zu einem sterilen, denturierten, kommerziellen Produkt. Da spielen natürlich auch ethische und emotionale Aspekte eine Rolle. Für mich persönlich käme die ausschließliche Fütterung von Fertigfutter daher nicht infrage, ich verurteile jedoch niemanden, der darauf zurück greift. Als Nebenmahlzeit und bei der Welpenaufzucht halte ich es durchaus für vertretbar, insbesondere wenn man sich an die Zubereitung von selbst hergestelltem Futter nicht heran wagt.

Beim Fertigfutter sind Terra Pura *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***, Herrmanns *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** Bio Qualität) und Magnusson meine Favoriten. Magnusson wird in Schweden hergestellt – dort gelten hohe Qualitätsstandards für Lebensmittel, diese werden auch auf Futtermittel und die Herstellung von Tiernahrung übertragen. Das Futter wird ohne Zusatz von Antibiotika, Hormonen, Geschmacks- oder Geruchsverstärkern, Knochenmehl, Abfällen oder genmanipulierten Getreide hergestellt. Die Nutztiere werden in Schweden artgerecht gehalten, so dass die Qualität des Fleisches nicht unter den Umständen der sonst miserablen Haltungsbedingungen (wie in anderen Ländern, z.B. Deutschland) leidet. Magnusson ist ein Familienbetrieb und arbeitet seit vielen Jahren nach dem Motto „beste Qualität zu einem fairen Preis“. Es handelt sich um einen Betrieb, der jahrelange Erfahrung in der Zucht dänischer Doggen gesammelt hat und auf diese bei der Entwicklung und Herstellung des Futters zurückgreifen kann. Auf aufwendige Werbemaßnahmen wird verzichtet und so wird das Geld lieber in die Weiterentwicklung und Verbesserung der Produkte investiert. Mund-zu-Mund-Propaganda führte zur Verbreitung dieser Futtermarke.

Noch etwas zum Thema Welpenernährung: Ein Welpe / junger Hund hat im ersten Jahr seine Hauptwachstumszeit und braucht in dieser Zeit mehr Eiweiß und alle anderen Nährstoffe als der erwachsene Hund. Das Eiweiß sollte hochwertig sein, sprich es sollte alle essenziellen Aminosäuren enthalten. Bei mir bekommt ein Welpe von Anfang an das gleiche Futter wie ein erwachsener Hund, nur die Menge und die Anzahl der Fütterungen variieren. Ich halte es für ratsam, den Welpen von Anfang an mit verschiedensten Lebensmitteln zu füttern, so kann man vermeiden, dass er später mäklig wird und stellt durch die vielseitige Kost gleichzeitig sicher, dass er mit allen lebenswichtigen Stoffen versorgt wird.

Ich füttere in den ersten Lebensmonaten 5 Mahlzeiten und decke den höheren Eiweißbedarf u.a. mit Breien aus Vollkornhafermehl, Hirsemehl, etc. welches ich in einer Milch-Sahne-Wassermischung kurz unter rühren aufkoche. Dazu gebe ich etwas Honig (Bio Waldhonig, kalt geschleudert), jeden zweiten Tag ein Eigelb, ab und zu eine kleine zerdrückte Banane, etwas Nussmus und immer etwas kalt gepresstes Öl. Die Breie gebe ich anfangs etwas flüssiger, später immer dicker und beispielsweise mal mit frisch gepressten Haferflocken anstelle des Mehls. Im Laufe der Zeit füttere ich abwechselnd eine Brei und eine Fleisch-Gemüse Mahlzeit.

Die Aufteilung dabei ist je 1/3 Fleisch oder Fisch, Gemüse und Kohlehydrate (vorzugsweise mit Schale pürierte Kartoffeln). Hühnerkrägen eignen sich beispielsweise wegen ihrem Knorpelanteil gut für den erhöhten Mineralstoffbedarf des Welpen. Mit sinkender Wachstumsgeschwindigkeit passe ich die Anteile an die eines erwachsenen Hundes an (2/5 Gemüse, 2/5 Kohlehydrate und 1/5 Eiweiß). Ich füttere dem erwachsenen Hund 2 Mahlzeiten, manchmal noch eine kleine Zwischenmahlzeit. Diese berücksichtige ich dann natürlich bei der Gesamtfuttermenge.

Ich habe bereits ein par Fotos bei "Was kommt in den Napf" hoch geladen. Wer Fragen hat nur zu. Wer mit dem was ich sage "etwas anfangen kann" ich stehe gern mit Rat und tat zur Seite.....
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Re: Wieviel Fleisch braucht der Hund...?

Beitragvon Grisu » 15.07.2012 19:51

Öhm, ich hab doch geantwortet.. oder steh ich grad auf dem Schlauch??
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Re: Wieviel Fleisch braucht der Hund...?

Beitragvon ayra » 15.07.2012 20:23

Hm.... das muss ich erstmal verarbeiten... :wink:
Wir sind hier ja nicht so die verbissenen hardcore barfer....
Und Du wirst ganz sicher nicht wg der menues belächelt.
Ich bin gerade über Deine Ansicht zur Fleischmenge am Nachdenken.
Das ein Hund kein Wolf ist, sehe ich eigentlich auch so...
Wieweit die Darmzotten tatsächlich auf Kohlehydratverwertung ausgelegt sind, weiß ich ehrlich gesagt nicht.
Ich kenne aber noch mehr Barfer, die auch der Ansicht sind, dass Kohlehydrate durchaus sein dürfen und auch sollen. Gibt ja genug Barfpläne im Netz mit Kohlehydraten.
Zur Nierenentlastung wird ja auch oft ein fleischfreier Tag pro Woche empfohlen. Das wäre dann 1/7 weniger Fleisch pro Woche, was dann von der gängigen 60 - 70 %-Faustregel noch abgezogen werden müsste.
Käme das dann Deiner Rechnung nicht schon wieder sehr entgegen...?
Ich müsste auch mal aussuchen, wieviel Eiweiß z.B. Luftröhre, Kehlkopf, Blättermagen, Pansen u.ä. Teile haben. Ich nehme an, um einiges weniger als Muskelfleisch. Würde nicht auch das der Sache entgegenkommen? Ich kenne niemanden, der täglich reines Muskelfleisch verfüttert.
Ich versuche immer möglichst vielfältig zu füttern und tue das auch beim Grünkram. Den allerdings immer pürriert. Auf Deinen Fotos sieht es so aus, als ob du das Grünzeugs stückig servierst?

So,.. das wären erstmal so meine ersten Gedanken zum Thema...
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Re: Wieviel Fleisch braucht der Hund...?

Beitragvon bullifreundin » 16.07.2012 13:13

Hallo, vielen Dank für Deine nette Antwort. Vegetarische Tage gibt es bei uns auch ein bis zwei in der Woche, da ersetze ich die Fleischration durch Quark, Rührei, Hüttenkäse, Mozarella, etc. Gemüse gibt es bei mir immer blanchiert und püriert, da so nicht nur die Zellwände aufgeschlossen, sondern auch die Carotinoide und sekundären Pflanzenstoffe erst für den Hund verwertbar werden. Ein gutes Beispiel ist das Lycopin der reifen Tomate, was dieser auch ihre rote Frabe verleiht. Lycopin ist ein excellenter Radikalfänger und reduziert das Krebsrisiko. Reife Tomaten enthalten besonders viel davon, jedoch bereits verarbeitete Früchte aus dem Tetrapak (Bioladen) sind um Längen besser, weil das Lycopin aus den verarbeiteten Früchten für den Hund leichter verwertbar ist. Tomaten gehören sowie Paprika und Kartoffeln zu den Nachtschattengewächsen und es ist ratsam, die solaninhaltige Ansatzstelle zu den Stängeln zu entfernen und Kartoffeln und Paprika ohnehin nur gekocht zu verfüttern! Im Gegensatz zu den gelben/roten Gemüsen sollten Blattsalate und Kräuter (also das eher grüne Gemüse) jedoch nicht erhitzt werden, da hier durch das Erhitzen wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe verloren gehen. Allerdings sollte das "Grünzeugs" sehr fein geschnitten oder püriert verfüttert werden, was ich auch tue. Ich weiß jetzt nicht auf welchem Foto das anders aussieht, muss ich nochmal schauen, dann kann ich ggf. eine Erklärung dazu nachliefern.

Was Du sagst, im Hinblick auf die verschiedenen Fleischarten, ist so nicht ganz korrekt. Innereien, Zunge, einige Fischarten und Hefe- sowie Bakterieneiweiß sind aufgrund ihrer hohen Zelldichte sehr purinreich. Purinhaltige Nahrungsmittel säuern immer den Urin an, was u.a. die Entstehung bestimmter Krankheiten und Steinarten begünstigt. Rassen mit einer erblich bedingten Hyperurekämie (wie z.B. Dalmatiner und Engl. Bulldoggen) sollten IMMER streng harnsäurebilanziert, also purinarm ernährt werden. Der Eiweißanteil sollte bei diesen Rassen auf ein Minimum beschränkt werden und größtenteils aus Ei- und Milchprotein bestehen. Hierdurch wird die Purinaufnahme minimiert und die Anzahl der Ammoniumionen im Harn gesenkt. Der Harn Ph-Wert sollte alkalisch sein, da ein alkalischer Harn zur Reduktion der Urat- & Struvutsteinbildung führt. Die Nahrung sollte ggf. zur Erzielung eines pH-Wertes von 7,0-7,2, mit Kalzium-, Kalium oder Natriumzitrat oder -bikarbonat angereichert werden. Zur Verringerung der Harnkonzentration sollte das Harnvolumen vergrößert werden, sprich die Nahrung "suppig" angeboten werden und stets auf eine kontrollierte Trinkmenge geachtet werden. Aber das nur mal am Rande erwähnt. Innereien (besonders Kehlkopf -> Schilddrüsenhormone und Ausscheidungsorgane) sind zudem häufig sehr minderwertiges Fleisch, welches ich eher selten füttern würde, zudem sind sie sehr purinreich, daher bin ich damit eher zurückhaltend. Grünen ungeputzten Pansen von artgerecht gehaltenen und nicht mit Silage gefütterten Tieren gibt es bei uns ca. 2 Mal die Woche.

Was die Kohlenhydrate angeht, möchte ich hier mal Christoph Rabanus zitieren, mit dem ich in diesem Punkt 100% konform gehe: Zitat: "Durch völlige Missachtung eines einigermaßen angemessenen Verhältnisses von Eiweiß (= Fleisch) zu Energie (= Kohlenhydrate) im Futter, kommt es langfristig zu massiven gesundheitlichen Problemen, da die Leber und die Nieren durch das Fehlen von Energie im Futter vollkommen überlastet werden.
..... überhöhte Harnstoffwerte als Frühzeichen einer Niereninsuffizienz, nachlassende Aktivität, die häufig als Ausgeglichenheit fehlinterpretiert wird, sind nur einige Anzeichen einer unausgeglichenen Fütterung. In der einschlägigen BARF-Literatur habe ich zwar durchgehend die Empfehlung gelesen, 80% rohes Fleisch und 20% rohes Gemüse zu füttern, aber nicht einen einzigen Hinweis, wie die Autorinnen zu diesen Empfehlungen kommen. Nicht eine Beispielrechnung zum Energie zu Eiweißverhältnis, nicht einmal eine Auseinandersetzung mit diesem Thema, eigentlich ein Unding. Die gesamte Problematik, dass sich das BARF-Programm mit seinen exorbitant hohen Eiweißwerten in der Fütterung in Bereichen bewegt, die von quasi allen Pathologen als langfristig krankmachend eingestuft werden, wird einfach ausgeklammert und ignoriert oder mit dem Hinweis auf den Wolf, der ja auch nicht krank wird von solch einer Fütterung, leichtfertig vom Tisch gewischt......Mehr als 30% Rohprotein in der Trockensubstanz überlasten Leber und Nieren mit den Eiweißabbauprodukten und führen langfristig zu einer Leber-Niereninsuffizienz. Die erhöhten Harnstoffwerte im Blut sind nur ein Frühindikator für die Nierenüberlastung. Ist erst der Kreatininwert angestiegen, arbeiten bereits bei einer geringgradigen Überschreitung der Toleranz ¾ der Nierenzellen nicht mehr ordnungsgemäß".
Quelle: Barfen aber richtig!

Dem habe ich anundfürsich nichts hinzuzufügen, außer dass bei den "dogmatischen Barfern" die über Jahrzehntausende andauernde Domestikation des Hundes völlig außer acht gelassen wird. Man folgt strikt der Wolf-Ideologie ohne Berücksichtigung wissenschaftlicher Fakten. Fakt ist, dass sich der Gebissapparat und die Darmzotten verändert haben, dass der Hund ein anderes Bewegungsprofil hat als der Wolf und seine Energie daher aus den Kohlehydraten zieht, das es schädlich ist, wenn er aufgrund fehlender Kohlenhydrate in der Nahrung gezwungen wird, sich seine Energie aus den Eiweißen zu ziehen. Fakt ist, dass ein permanentes Überangebot an Fleisch / Eiweiß (=Säurebildnern) zu einem sogenannten "ALL MEAT SYNDROM" mit vielfältigen Auswirkungen bis hin zu pH-Verschiebungen auf der Haut führen kann. Fakt ist desweiteren, dass viele gute Darmbakterien gibt, die sich vom "Humus" einer Mischkost ernähren und das diese durch eine einseitige stark proteinbetonte Fütterung immer weiter zurück gedrängt werden. So können sich schlechte Keime ansiedeln (e.coli und Fäulniskeim) und das Milieu der Darmflora negativ verändern. Es kommt vermehrt zu weichem Kot, Fehlgärungen oder Durchfällen.

In der ganzen Barf Literatur wird immer viel behauptet, jedoch leider keinerlei fachlicher Hintergrund vermittelt, weil dieser meines Erachtens schlicht und ergreifend fehlt. Ernährungsphysiologische Zusammenhänge werden oft völlig außer Acht gelassen, es dreht sich fast alles um "naturnah" also möglichst "wolfsidentisch" und es wird mitunter sehr polemisch diskutiert. Da antworte ich dann gern mit einem Zitat von Frau Dr. Behling: "Der Mensch stammt vermutlich vom Affen ab, aber er lebt weder auf Bäumen, noch ernährt er sich vorrangig von Bananen". Ich habe mich in der Vergangenheit über die Verbohrtheit einiger Menschen wirklich nur gewundert und manchmal auch geärgert, sodass ich mir Diskussionen zum Thema eigentlich abgewöhnt habe. Wenn ich jedoch merke, dass es nett und sachlich zugeht, diskutiere ich gern, natürlich auch mal kontrovers.

Natürlich ist jeder Hund individuell und es führen ja bekanntlich viele Wege nach Rom. Wenn man das Heft in Sachen Ernährung jedoch selbst in die Hand nimmt, würde ich routinemäßige Laboruntersuchungen Kot und Harn pH, Differentialblutbild einmal jährlich, insbesondere bei Hunden ab dem vollendeten 5ten Lebensjahr vornehmen lassen. So ist man auf der sicheren Seite und hat auch den Leber und Nierenwert im Blick bzw. kann auch sehen, ob die Werte sich eher an der oberen Grenze des Referenzbereichs bewegen. Wenn es irgendwelche Fragen / Unklarheiten gibt zu dem was ich schreibe, ich versuche alles gern zu erklären bzw. zu belegen und begründen, einfach nachhaken und fragen. Bei meinen langen Texten verliere ich selbst manchmal etwas den Überblick. :boys_0137:
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Re: Wieviel Fleisch braucht der Hund...?

Beitragvon bullifreundin » 16.07.2012 13:28

Grisu hat geschrieben:Öhm, ich hab doch geantwortet.. oder steh ich grad auf dem Schlauch??


Ich glaube das Thema wurde verschoben, weil ich es in der falschen Rubrik geschrieben hatte :blustrau:
Kannst Du mir Deine Antwort vlt. hier hinein kopieren oder als PN schicken, oder mir den Link schicken, wo ich sie finde? Ich blick hier irgendwie noch nicht so 100% durch... Vielen Dank :hutheben:
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