Habt ihr eine "Schmerzgrenze" ?

Erfahrungsaustausch bei Erkrankungen

Habt ihr eine "Schmerzgrenze" ?

Beitragvon Berghexe » 25.04.2013 10:09

Der Titel sagt es ja schon... Habt ihr eine Schmerzgrenze wann eurer Meinung nach Schluss ist bei der tierärztlichen Versorgung. Habt ihr euch gesundheitliche oder finanzielle Grenzen gesetzt oder noch nie darüber nachgedacht.

Ich habe nun zum ersten Mal gesagt, es reicht.

Lilly lahmt aktuell auf dem operierten Beinchen. Also waren wir gestern in der Klinik. Ich habe gleich gesagt dass nicht operiert wird. Fand der TA wohl etwas befremdlich.
Lilly wurde innerhalb des letzten Jahres am Kreuzband operiert, Ct wegen Beaglepain gemacht und nun wieder lahm am Bein.
Nun werden wir versuchen das Lahmen durch Schmerzterapie und Schonen weg zukriegen.

Es reicht einfach meiner Meinung nach. Sowohl im Sinne des Hundes als auch finanziell.

Die Gesamtsumme an TA-Kosten, seit ich Lilly bekommen habe ( Juli 2008), belaufen sich aktuell auf etwa 7500€.
Liebe Grüße

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Re: Habt ihr eine "Schmerzgrenze" ?

Beitragvon Coco » 25.04.2013 10:56

Ich kann so etwas gut verstehen, zumal ich mehr Tiere habe.
Bei meinen Pferden sage ich das sie nicht in die Tierklinik sollen, beide Pferde sind etwas älter, bekommen ihr Gnadenbrot.
Bei den Hunden wird gemacht was geht, wenn keine Besserung in Sicht braucht man auch nicht weiter versuchen. Da kann ich Dir zustimmen.
Bisher haben die alten Hunde gezeigt wann Schluß ist .
Der Dalmatiner wurde wegen Krankheit eingeschläfert, die Op hätte nur kurzzeitig geholfen.
Da er Verlassensängste hatte wollte ich ihm einen Klinikaufenthalt ersparen.

Eine Katze von mir wurde überfahren, Beckenbruch, Beinbruch und diverses anderes.
Die Op hätte 2000€ gekostet, ob sie wirklich hätte normal laufen können war fraglich, es war eine Draussen Katze, sie hätte sich im Haus nicht wohl gefühlt. Ich habe sie einschläfern lassen.

Eine Katze hatte Krebs, das entfernen hätte in einer Spezialklinik gemacht werden müssen, der Krebs kommt nach 2 Jahren wieder.
Die Katze hab ich einschläfern lassen, nachdem sie anfing an dem Krebs zu kratzen und es blutete.

Ein Pferd hab ich einschläfern lassen, nachdem es mehrere Wochen auf den Hinterbeinen lahmte.
Es war etwas an der Wirbelsäule, das Tier konnte nicht mal mehr auf die Weide.


Wenn dem Tier geholfen wird, es danach schmerzfrei ist und ein normales tiergerechtes Leben führen kann,werde ich alles versuchen. Aber ob zu jedem Preis, einen Goldesel hab ich nicht.

Nun hab ich bisher das Glück das meine Tiere kaum einen TA brauchen.

Es ist nicht immer Tierschutz ein Tier nicht von seinen Leiden zu erlösen.
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Re: Habt ihr eine "Schmerzgrenze" ?

Beitragvon ayra » 25.04.2013 11:34

Es geht um Lilly... :(

Ja, ich habe eine Schmerzgrenze. Ich denke, man kann noch nicht mal jedem Hund einen Klinikaufenthalt zumuten, weil eben nicht erklären. Es geht ihm dort dann schlecht, weil operiert, er kann sich nicht erklären, warum Frauchen ihn verlassen/verstoßen hat.... und vermutlich hat er auch nach der OP länger Probleme. Die Erfolgschance ist ja auch meistens eben nicht 100%.
Ich denke da schon sehr drüber nach, was zumutbar ist.... dem Tier und auch finanziell.


Ebenso beim Pony....
Als Gusti die Sandkolik hatte, wurde auch Klinik und OP für etwa 3000 - 5000 Euro mit mittelprächtiger Erfolgschance empfohlen. Danach hätte es Boxenruhe für 6 Wochen gegeben und auch danach nur langsames und vorsichtiges Bewegen. Und das für ein Fluchttier....
Ich fand damals allein die Vorstellung, ein krampfendes Pony 2,5 Std. auf einen Hänger zu stellen undurchführbar. Wir haben es auch so geschafft. GSD...

Aber alternativ hätte ich ihr einen schnellen und ruhigen Tod ohne Transport, Schmerzen, OP, Narbenproblemen und Eingesperrtsein verschafft, auch wenn es noch so schwer fällt...
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Re: Habt ihr eine "Schmerzgrenze" ?

Beitragvon Grisu » 25.04.2013 13:58

Ich denke, es kommt immer auf den Fall an, den man grade hat. Ich würde schon alles versuchen, damit es meinem Hund besser geht. Ich würde, bevor ich drastische Schritte eingehe, sei es OP oder auch Euthanasie, immer eine 2. Meinung aus einer anderen Klinik einholen. Aber auch ich bin finanziell nicht grade gut aufgestellt und würde in bestimmten Situationen sicherlich auch eine OP rausschieben und/oder alternative Heilmethode ausprobieren.

Bei den Beispielen, die Coco genannt hat, hätte ich genau so gehandelt. Wenn es speziell jetzt um Lilly geht, würd ich versuchen, erstmal emailkontakt/telefonischen Kontakt zu verschiedenen Fachärzten in verschiedenen Kliniken aufzunehmen, um einfach mal eine Sammlung verschiedener Therapien zu bekommen und/oder auch andere Ansätze zu hören, was das Krankheitsbild betrifft, ich bin auch erst auf eine Allergie gekommen, weil ich eine Dermatologin aus Düsseldorf (war es glaub ich) gefragt hatte und daraufhin den TA gewechselt hab, der das bestätigt hat. Blöder Vergleich, aber das ist erstmal weitesgehend kostenfrei und manchmal ist es ja auch so, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.

Berghexe, schluss mit tierärztlicher Behandlung ist erst, wenn du auch sämtliche Medikamente einstellst, aber das willst du nicht, oder? Wenn es um Euthanasie geht (so kommt die Überschrift erstmal an), dann versorg deinen Wauz mit hochdosierten Schmerzmitteln, damit sie Lebensfreude hat und weitesgehend alles machen kann und erst, wenn sie aufgibt und die Schmerzmittel Organe angreifen oder nicht mehr helfen, dann muss der letzte Schritt getan werden. Bis dahin würde ich alles versuchen, was möglich ist, aber auch was finanziell möglich ist.

Ich nehme an, du bist auch bei Tierheilpraktikern/Ostheopathen/Chiropraktikern gewesen? Falls nicht, würde ich das in erwägung ziehen, einfach mal um zu hören, was die sagen, was getan werden kann. Ob man das dann macht, ist immernoch eine andere Frage.
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Re: Habt ihr eine "Schmerzgrenze" ?

Beitragvon Berghexe » 25.04.2013 17:08

Es geht in keiner Weise um Euthanasie! Ich will aber auch nicht mehr an ihr rumschnippeln lassen.

Ich habe mich jetzt einfach mal selbst mit dem Thema auseinandergesetzt und dachte es wäre interessant andere Meinungen zu lesen.
Liebe Grüße

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Re: Habt ihr eine "Schmerzgrenze" ?

Beitragvon Coco » 25.04.2013 18:19

Ich hatte es auch nicht so verstanden, sondern Du schreibst ja das Du keine Op möchtest.
Was meinte denn der TA warum sie wieder lahmt, am Kreuzband kann es ja nicht mehr liegen, was würde denn sonst OP Technisch gemacht werden damit sie lahmfrei ( würde )?
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Re: Habt ihr eine "Schmerzgrenze" ?

Beitragvon Berghexe » 25.04.2013 18:24

Wir machen jetzt Schmerzterapie und 8 Wochen Ruhe. Wenn es dann nicht besser ist meinte Dr. müsse evtl. die Platte im Bein raus, weil diese evtl. das Gewebe reizt und daher die Schmerzen kommen. Für mich macht das aber keinen Sinn, zum Einen lief sie ja fast ein Jahr ohne Probleme, zum Zweiten gibt es aktuell keine erhöhten Entzündungswerte in Blut. Diese würden ja dann eher auf die Platte deuten und die RöBis sind Okay.

Zum jetztigen Zeitpunkt deutet alles auf den Meniskus hin.

Die Op lehne ich auch aus dem Grund ab, dass diese wieder einen neuen BP- Anfall auslösen kann.
Liebe Grüße

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Re: Habt ihr eine "Schmerzgrenze" ?

Beitragvon Coco » 26.04.2013 08:14

Wenn die Platte noch drin ist dann kann es daran liegen.
Bei diesem feuchten Wetter macht sich so etwas schnell bemerkbar und ich würde sie aus dem Grund auch nicht rausnehmen lassen.
Ich merk es selbst an meinem Handgelenk ( da ist auch noch die Platte drin) manchmal schmerzt es einige Tage und dann ist wieder besser.
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Re: Habt ihr eine "Schmerzgrenze" ?

Beitragvon janajoey » 28.04.2013 21:10

eine gewisse schmerzgrenze finde ich sehr wichtig und deine ansicht sehr vernünftig.
man muss immer pro und kontra sehen.
leider bekomme ich tgl. bei uns menschen mit, das weit über die schmerzgrenze hinaus behandelt wird. wie oft halten mich ältere menschen am arm fest und flüstern mir ins ohr: ich will doch garnicht mehr.....

finanziell hab eich keine schmerzgrenze, wenn es eine sehr gute prognose gibt, würde ich mein letztes hemd für eine op/behandlung zahlen.
sehe ich keine wirklichen erfolge, sind die prognosen schlecht....dann wege ich ganz genau ab. jana wurde auch 2x operiert, kreuzband und meniskus.
als wir die diagnose cauda equina erfuhren, wurde uns auch gesagt das man operativ helfen könnte, aber die aussichten sind nicht so gut. also erspare ich ihr diese op und behandel alternativ.


vielleicht wären für euch blutegel noch ganz interessant! es sind wirklich fleissige kleine helferchen. eine entzündung muss man nicht immer zwangsläufig im blut sehen.
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Wenn sich im Paradis eine Hundeseele und eine Menschenseele begegnen,
muss sich die Menschenseele vor der Hundeseele verneigen.

liebe grüsse caty, jana und joey
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